Hurrikan Georges

 
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 Hurrikan Georges 21-22 Sep. 1998 (in Santo Domingo)
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Satelitenbild

 

Kuestenstrasse

Küstenstraße in Santo Domingo nach dem Hurrikan

Am 20.09.1998 hatten wir die glorreiche Idee mit dem Auto nach Santo Domingo zu fahren, so wie wir es schon oft gemacht hatten. "Glücklicherweise" hatte unser Bekannter seinen Pkw nicht übrig, so das wir uns einen Wagen bei einem in Sosua ansässigen deutschen Autovermieter (mit Vollkasko) mieteten. Die Berichte über einen heranziehenden Hurrikan verunsicherte uns nicht, da die bisherigen Hurrikans über Puerto Rico nach Punta Cana ein kleines Stück die Nordküste entlang und dann in Richtung Bahamas immer abgezogen sind. Wir wollten ja in den "sicheren" Süden nach Santo Domingo. Wir fuhren, diesmal nicht auf der Autobahn über Puerto Plata sondern über die Berge in Richtung Pedro Garcia nach Santiago. Eine Straße mit einer Aussicht die man sich nicht entgehen lassen sollte. Danach fuhren wir die gewohnte Strecke über La Vega, Bonao, Villa Altagracia nach Santo Domingo.
Als wir das Hotel, an der Küstenstraße zwischen Santo Domingo und Boca Chica, in dem wir sonst untergekommen sind ankamen, mußten wir leider feststellen das dieses geschlossen war. Somit mußten wir uns eine andere Bleibe suchen. Wir fanden auch endlich ein Hotel, welches von Italienern geführt wurde, in Santo Domingo in der Nähe des Aquariums.(den Namen möchte ich hier nicht nennen, da ich dort wegen der "tatkräftigen" Unterstützung nicht noch einmal nächtigen werde)

Bisher hatte der Hurrikan seine Richtung nicht geändert und wütete über Puerto Rico, und im Fernsehen kamen die ersten Sondernachrichten mit Verhaltenshinweisen. Inzwischen, da auch in Santo Domingo der Wind zunahm, wurde uns bewußt, das der Hurrikan doch hierher kommen könnte.

Aufraeumen

 

Parkanlage

Park in der Nähe von "Los tres Ojos"

Wir versuchten noch ein paar Lebensmittel zu besorgen, was sich aber als sehr schwierig erwies. Wir fuhren über den Rio Ozama auf der Brücke Puente Mella, da der Wind aber schon erheblich zugenommen hatte beschlossen wir sofort ins Hotel zurück zufahren. Wir stellten den Wagen neben einem Mauervorsprung auf dem ein Baum wuchs, in dem Glauben das wenn der Baum dem Sturm nicht standhält die Mauer genug Schutz bietet. Somit nahmen wir die wenigen Lebensmittel die wir hatten, gingen auf unsere Zimmer und schauten die Nachrichten an. Mittlerweile war klar das der Hurrikan auf uns zukam und es wurde nicht nur dunkel sondern auch stürmischer. Der Regen peitschte gegen die Fenster die leider nicht aus Glas sonder aus Holzjarlousetten bestanden und nicht gerade dicht waren, und da geteiltes Leid halbes leid ist, verbarrikadierten wir uns alle in einem Zimmer. Wir zogen die Betten in die Mitte des Raumes, da dort das Wasser uns nicht so leicht erreichte.
Nachdem der Strom ausgefallen war und wir natürlich keinerlei Lichtquelle zur Verfügung hatten, legten wir uns in die Betten und lauschten den Geräuschen die der Hurrikan verursachte. Geräusche von brechenden Ästen, herumfliegenden Blech und dem peitschenden salzhaltigen Regen. Geräusche die man nicht vergißt. Aber irgendwann in der Nacht waren die Zigaretten aufgebraucht und da ich wußte das im Kofferraum des Wagens noch welche sind ging ich sie holen. Da es ja überall dunkel war tastete ich mich vorsichtig zum Hoteleingang, wo man mich widerwillig heraus ließ. Als ich den Wagen im dunkeln erreichte, fühlte ich das die Formgebung nicht so war wie sie sein sollte. Nachdem ich den Wagen genauer untersuchte mußte ich leider feststellen, das ein Baum direkt auf dem Dach lag. Ich nahm die Zigaretten aus dem mittlerweile nicht mehr verschlossenen Kofferraum ging zurück auf das Hotelzimmer und erzählte den Anderen davon.
 

Vorm Hotel

Die Straße direkt vor dem Hotel

 

Seitenstrasse vom Hotel

Über den genauen Schaden konnte ich leider nicht viel sagen, da ich ja nicht viel gesehen und nur wenig ertastet hatte. Wir legten uns in die Betten und versuchten zu schlafen was auch gelang. Ab und zu wurde man wach und hörte immer noch das Tosen des Hurrikans. Durch die Fenster wurde immer noch das Regenwasser gedrückt. Im Zimmer, das sich im ersten Stock befand, stand das Wasser schon ein paar Zentimeter. Als es morgens wieder heller wurde wollte mein Freund mit seiner Videokamera ein paar Aufnahmen vom Hurrikan machen. "Leider" mußte er feststellen das sie defekt war, somit blieben wir auf dem Zimmer, lauschen weiterhin der Geräuschkulisse und hofften das es bald vorbei ist. Gegen Mittag wurde es dann endlich etwas ruhiger, wir hatten es also überstanden. Wir gingen hinaus und sahen uns das Auto an. Im ersten Moment waren wir alle Sprachlos, was sollten wir jetzt machen. Wir mußten erst einmal den Baum von dem Wagen bekommen um zu sehen was überhaupt noch zu retten ist.
In dem Hotel konnte oder wollte uns aber niemand helfen. Maria, meine Freundin, ist dann mit dem Taxi zu ihrer in Santo Domingo lebenden Familie gefahren und hat ihre zwei Brüder und ein paar Freunde geholt. Als dann das Bier besorgt war, wurde gleich mit einer Machete der Baum zerkleinert. Es hat zwar ein paar Stunden gedauert, aber irgendwann war er befreit. und man konnte den Schaden genau betrachten. Die Windschutzscheibe, das linke Seitenfenster sowie der linke Außenspiegel waren vollkommen zerstört. Das Dach über dem Fahrersitz bis auf die Höhe der Rückenlehne eingedrückt. Ein paar kleinere Beulen in der Motorraumhaube und im Kofferraumdeckel. Als wir dann versuchten ob der Wagen überhaupt anspringt, mußten wir feststellen das die Batterie vollkommen leer war. Prompt wurde ein anderer Wagen angehalten, die Batterie aus- und in unseren Wagen eingebaut. (Überbrückungskabel gab es nicht)
Auto unter dem Baum

Mein Auto unter dem Baum

Auto unter dem Baum
Auto unter dem Baum

 

Der Wagen sprang an, und während der Motor lief wurden die Batterien wieder umgebaut. (Eins weiß ich, bei meinem Auto hier in Deutschland wäre das nicht gegangen, der Motor wäre sofort abgestorben wenn die Batterie abgeklemmt worden wäre.) Wir fuhren so wie der Wagen war in die Stadt und ließen ihn in einer Werkstatt notdürftig mit einem Wagenheber und guten Ideen richten. Als Ersatz für die Windschutzscheibe wurde eine Kunststoffolie festgeklebt, die in der Mitte mit einer Holzlatte gestützt wurde. Er war wieder fahrbereit. Endlich kam ich auch telefonisch zur Autovermietung durch und konnte von dem Mißgeschick erzählen. Die einzige Sorge war das der Wagen innen nicht naß und das Radio nicht geklaut wird. Dabei stand das Wasser im Wagen und das Radio ging nicht mehr. Endlich konnten wir in der Stadt, nach zwei Tagen fasten (im Hotel gab es nichts) wieder eine richtige Mahlzeit zu uns nehmen.

 

 

Das reparierte Auto

Das "reparierte" Auto wieder in Sosua

 

Seitenstrasse

Am nächsten Tag fuhren wir dann wieder nach Sosua. Wir konnten zwar nicht schnell fahren, aber da der Innen- und der linke Außenspiegel fehlte war es so oder so kein schönes fahren. Wir kamen erst am Abend in Sosua an, und beschlossen den Wagen erst am nächsten Tag bei dem Autovermieter abzugeben. Doch am nächsten Tag wollte er nicht mehr anspringen, und so mußten wir zu Fuß dorthin. Mit einem mulmigen Gefühl in der Magengegend erzählte ich dem Besitzer was geschehen war. Aber zu meinem Erleichterung erkundigte er sich nach unser aller Gesundheit und äußerte seine Erleichterung das keinem von uns etwas geschehen ist. Nach dem Bezahlen des Eigenanteils von 3000 RD$ gingen wir erleichtert nach Hause.

 

© R.Pruessner 2000
Innenstadt Santo Domingo

Santo Domingo (Stadtmitte)

Kuestenstrasse

Küstenstraße in Santo Domingo

 

Schlußwort:

An dieser Stelle möchte ich mich noch einmal für die Hilfe bedanken !

Leider hat zwei Monate danach der Hurrikan Mitch über Südamerika gewütet, so das die Menschen in der Dominikanischen Republik und ihr Schicksal hier schnell vergessen worden sind, dabei hätten sie Hilfe mehr als verdient.

 

 

 

Bilder aus dem Internet:

Weg des Hurrukans

 

 

Hurrikan Linkliste
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http://www.aoml.noaa.gov/hrd/HFP98/Georges_sum.html

Hurrikan George Informationen (in Englisch)

http://www.usatoday.com/weather/news/1998/wgdomini.htm

Hurrikan George Informationen (in Englisch)

http://www.wetterleuchten.com/blitzlic/004sturm.html

Allgemeine Hurrikan Informationen (in Deutsch)

http://www.dr1.com/weather/hurricanes.shtml

Sehr gute Hurrikan Informationen von Dr1.com (in Englisch)

http://www.saevert.de/2hurr.htm

Homepage mit sehr vielen Links, Infos, Bildern über Hurrikans

(sehr empfehlenswert)

http://www.wetter-zentrale.de/

Homepage mit sehr vielen Links, Infos, Bildern über Hurrikans

(empfehlenswert)

http://www.bboxbbs.ch/home/Heinz/huracande.html

Private HP mit Hurrikan George Bildern von Heinz u. Ines

http://insel.heim.at/hawaii/310003/page6.html

Private HP mit Bildern vom Hurrikan George

http://www.linkhitlist.com/cgi/LHL_D.exe?SLHL&ListNo=21747792354

Barmert's Hurrikan-Hitlinkliste

Zeitungsberichte zum Hurrikan George:
http://rhein-zeitung.de/on/98/09/25/topnews/geister.html
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